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vom TRAUM zum BIO-HÜHNERHOF

vom TRAUM zum BIO-HÜHNERHOF

Der Hasenberghof in Adelsried im Portrait 

Der Hasenberghof im schwäbischen Adelsried steht für eine ökologische Landwirtschaft mit Schwerpunkt auf Bio-Hühnerhaltung und Direktvermarktung. Anna und Jörg Ostermeier verbinden hier traditionelle Strukturen mit den Vorgaben moderner Bio-Standards und öffnen ihren Betrieb bewusst für Verbraucherinnen und Verbraucher. So entsteht ein Hof, der nicht nur Lebensmittel erzeugt, sondern auch Einblicke in die heutige Landwirtschaft ermöglicht.


Der Hof & seine Entwicklung

Entstanden ist der Hasenberghof aus dem Wunsch heraus, Landwirtschaft langfristig und ökologisch auszurichten. Anna und Jörg Ostermeier stellten Jörgs elterlichen Milchviehbetrieb um und errichteten einen neuen Aussiedlerhof mit Waldgarten für die Hühner. Heute bildet die Bio-Hühnerhaltung das Herzstück des Betriebs. Ergänzt wird sie durch einen Hofladen sowie verschiedene Formen der Direktvermarktung.

Bio-Hühnerhaltung – ein kurzer Überblick

Die ökologische Hühnerhaltung ist Teil der biologischen Landwirtschaft und unterliegt klaren gesetzlichen Vorgaben. Grundlage ist die EU-Bio-Verordnung, die unter anderem Fütterung, Haltung und Management regelt.

Allgemeine Kriterien der Bio-Hühnerhaltung (nicht betriebsspezifisch): 

• kontrolliert biologisches Futter 

• Zugang zu Auslauf 

• Verzicht auf synthetische Zusatzstoffe 

 regelmäßige Kontrollen

Diese Rahmenbedingungen gelten für alle Bio-Geflügelbetriebe und bilden die Grundlage für die tägliche Arbeit auf dem Hasenberghof.

Ganzheitlich denken: Nicht nur das Ei

Ein zentrales Thema auf dem Hasenberghof ist das Denken in Kreisläufen. Für Anna und Jörg Ostermeier endet Landwirtschaft nicht beim Ei – vielmehr gehört immer auch das Tier als Ganzes dazu. „Man darf nicht nur das Ei sehen, sondern auch das Huhn“, beschreiben sie ihren Ansatz.

Zu diesem Ansatz gehört für den Hasenberghof auch der bewusste Umgang mit den Bruderhähnen. Diese Tiere werden nicht auf dem Betrieb selbst aufgezogen, sondern über einen Kooperationspartner in Österreich betreut und anschließend über den Hasenberghof vermarktet.

Kurzinterview: Der Alltag entscheidet

Was ist im Tagesablauf eines Bio-Hühnerhofs besonders anspruchsvoll?

Die tägliche Organisation und die Reaktion auf den Markt. Eier müssen sortiert, gelagert und vermarktet werden, gleichzeitig reagieren wir auf Nachfrage, Kundenverhalten und Verbrauchsschwankungen – etwa zu Ostern oder Weihnachten. Dazu kommt noch das Alter unserer Herde, das ebenfalls zu Schwankungen führen kann.

Welche Abläufe haben sich bei euch im Stallalltag bewährt?

Routine ist sehr wichtig. Trotz moderner und weitgehend automatisierter Technik gehen wir mehrmals täglich in den Stall, kontrollieren die Tiere und behalten alles im Blick. Jeden Vormittag werden gemeinsam die Eier sortiert, verpackt und ausgefahren.

Wie erlebst du den Austausch mit Besucherinnen und Besuchern?

Sehr vielfältig. Es gibt großes Interesse am Hof und an unserer Arbeit. Gleichzeitig fehlt im Alltag manchmal die Zeit für lange Gespräche – deshalb bieten wir gezielt Führungen an.

Was würdest du Betrieben mitgeben, die über Direktvermarktung nachdenken?

Direktvermarktung ist ein enormer Zeitaufwand und man muss bereit sein, in der Öffentlichkeit zu stehen. Schwankungen gehören dazu und dürfen einen nicht aus der Ruhe bringen. Trotzdem würden wir uns jederzeit wieder dafür entscheiden – aus Überzeugung.


Für die Familie Ostermeier ist das Teil eines ganzheitlichen Verständnisses von Landwirtschaft, bei dem Ei, Henne und Hahn gemeinsam gedacht werden – auch wenn dies mit zusätzlichem organisatorischem und wirtschaftlichem Aufwand verbunden ist. 

In diesem Zusammenhang spielt auch das Thema Bruderhähne und Suppenhühner eine wichtige Rolle. Nach Einschätzung des Betriebs entspricht eine Legehenne in etwa dem Eierkonsum eines Menschen pro Jahr. Würde zu diesen Eiern jeweils auch ein Suppenhuhn und ein Bruderhähnchen verzehrt, ließe sich der Kreislauf aus Sicht der Ostermeiers deutlich schließen – und landwirtschaftliche Betriebe könnten entlastet werden. 

Der Wunsch nach einem ganzheitlichen Blick auf die Eierbranche zieht sich dabei durch alle Bereiche des Hofes: Ei, Henne und Hahn gehören für die Familie Ostermeier zusammen.

Ackerbau & Fütterung als zweite Säule

Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Betriebs ist der Ackerbau. Rund 100 Hektar Fläche werden bewirtschaftet und mit Kulturen wie Luzerne, Soja, Weizen, Sonnenblumen und Erbsen bestellt. Der Pflanzenbau bildet ein zweites Standbein des Hofes und ist eng mit der Tierhaltung verknüpft. 

Das Futter für die Legehennen wird aus eigener Erzeugung hergestellt und anschließend selbst gemischt. Dabei spielt das Wetter eine entscheidende Rolle: Erträge und Qualitäten schwanken von Jahr zu Jahr, was Planung und Flexibilität erfordert. Die Eigenversorgung mit Futter ist für den Hasenberghof nicht nur Vorgabe im Bio-Bereich, sondern Teil des Anspruchs, möglichst unabhängig und transparent zu wirtschaften.

Produkte & Direktvermarktung

Mit rund 5.500 Eiern pro Tag ist der Hasenberghof täglich mit den Schwankungen des Marktes konfrontiert. Besonders zu Ostern und Weihnachten steigt der Verbrauch deutlich, während es zu anderen Zeiten schnell zu Überschüssen kommen kann. Um darauf reagieren zu können, legt der Betrieb großen Wert auf Weiterverarbeitung und flexible Vermarktung.

Neben dem Verkauf ab Hof beliefert der Hasenberghof zudem verschiedene Läden in der Region selbst und liefert einen Teil der Produkte auch an den Großhandel. Auf diese Weise setzt der Betrieb auf mehrere Vermarktungswege, um flexibel auf Nachfrage und Marktentwicklungen reagieren zu können. 

Zum Sortiment zählen Bio-Eier, Suppenhühner und Bruderhähne. Ergänzt wird das Angebot im Hofladen durch weitere Produkte, teils aus eigener Erzeugung, teils aus der Region. Der Verkauf erfolgt direkt ab Hof sowie über einen Eierautomaten in Adelsried, der rund um die Uhr zugänglich ist.

Landwirtschaft erlebbar machen

Der Austausch mit Verbraucherinnen und Verbrauchern ist ein fester Bestandteil des Hofalltags. Der Hasenberghof versteht sich dabei auch als Erlebnisbauernhof, insbesondere für Schulklassen. Kinder sollen früh die Möglichkeit bekommen, Landwirtschaft kennenzulernen und ein Gefühl für Herkunft und Zusammenhänge zu entwickeln. 

Im Hofladen entstehen regelmäßig Gespräche und Fragen rund um Eier, Hühnerhaltung und Landwirtschaft. Für intensivere Einblicke bietet der Betrieb Hofführungen auf Anfrage an – ein Angebot, das auf großes Interesse stößt, aber auch zusätzlichen Zeitaufwand bedeutet.